Ressource Wald und Holz

Handlungsfeld

Ressource

Wald und Holz

Nadelholz dauerhaft sichern

Die 2014 veröffentlichte dritte Bundeswaldinventur (BWI 3) hat die Nachhaltigkeit der Bewirtschaftung des deutschen Waldes bestätigt. Der Vorrat im deutschen Wald steigerte sich demnach auf 3,7 Milliarden Kubikmeter – dies obwohl die Vorteile des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu einer gestiegenen Nutzung geführt haben. Kein anderes Land in der Europäischen Union hat vorrats-, struktur- und artenreichere Wälder. Der Wald in Deutschland wird heute naturnäher bewirtschaftet als früher. Die Entwicklung weg von Nadelbaumreinbeständen hin zu standortgerechten, strukturreichen Mischwäldern soll die Anpassung an den Klimawandel fördern und die Wälder stabiler machen. In den heimischen Wäldern liegt der Anteil von Nadelbäumen heute bei 54 Prozent. In der Jungbestockung (Bäume bis vier Meter Höhe) liegt ihr Anteil nur noch bei 27 Prozent.

Mit Abnahme der Nadelbäume, insbesondere der Fichte, wird sich das Nadelrundholzangebot aus deutschen Wäldern verringern. Der Verfügbarkeit von Nadelholz kommt für den langlebigen Einsatz von Holzprodukten zur CO2-Minimierung, insbesondere im Bauwesen, besondere Bedeutung zu. Deshalb ist die Holzindustrie auf ausreichende Versorgung mit Nadelrundholz angewiesen. Mehr als 80 Prozent ihrer Produkte basieren auf Nadelholz, das sich nach Expertenschätzungen in dieser breiten Verwendung – insbesondere im Baubereich – aus technologischen und ökonomischen Gründen derzeit nur bedingt durch Laubholz ersetzen lässt. Um insbesondere die Nadelholzrohstoffversorgung sicherzustellen und auszuweiten, bietet sich eine Kombination langfristiger Maßnahmen an, die von Aktionen mit kürzerem zeitlichen Horizont unterstützt werden. Dazu bieten Mischwaldkonzepte und die Umsetzung der Ergebnisse der Forstpflanzenzüchtung Lösungen an und ermöglichen zugleich, die Schutzfunktionen des Waldes (u. a. Aspekte der Biodiversität) zu erhalten und zu verbessern.

Ergänzend zu solchen langfristig angelegten waldbaulichen Entscheidungen gilt es, das Holzaufkommen kurz- und mittelfristig zu steigern. Hierzu sind in Mio. m3/Jahr bestehende ungenutzte Rohholzpotenziale besser zu erschließen. Gerade die Nutzung von Reserven aus dem Kleinprivatwald, also bei Waldflächen unter 20 Hektar, ist hier von besonderem Interesse. Diese Flächen machen ca. ein Viertel der deutschen Waldfläche aus. Aufgrund der Kleinflächigkeit und Struktur der Erbengeneration, zunehmend geografisch und auch ideell vom Wald entfernt, sind Kleinwaldbesitzer oftmals nicht in der Lage oder motiviert, ihren Wald zu bewirtschaften.

Dies hat zur Folge, dass die Chancen und Erfordernisse nachhaltiger Waldbewirtschaftung nicht erkannt und wertvolles Rundholz nicht ressourceneffizient verwendet wird; es wird häufig energetisch genutzt, obwohl eine höherwertige Nutzung als Stammholz mit deutlich höheren Effekten für Wertschöpfung und Klimaschutz möglich wäre. Es besteht zunehmender Bedarf, die Kleinprivatwaldbesitzenden durch zielgerichtete Informations- und Beratungsangebote sowie angepasste Konzepte der Waldbewirtschaftung stärker zu unterstützen.

Veränderung des Rohholzaufkommens
VERÄNDERUNG DES ROHHOLZAUFKOMMENS
Die Ergebnisse der Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) des Thünen-Instituts zeigen, dass das Rohholzpotenzial, verglichen mit den Nutzungen von 2002 bis 2012, zukünftig aus deutlich weniger Fichte und mehr Laubholz bestehen wird.

Schutz durch Nutzung

Die positiven sozioökonomischen und wichtigen klimarelevanten Effekte des Clusters Forst & Holz basieren auf der Nutzung des von der Forstwirtschaft bereitgestellten Rohholzes. Daher haben Sicherung und Ausweitung des Holzaufkommens eine hohe Priorität, die im Schwerpunktthema Nachhaltige Rohstoffversorgung betrachtet wird. Dies umfasst sowohl zu entwickelnde langfristig angelegte Maßnahmen, wie z. B. den Anbau klimaangepasster, produktiver Baumarten als Alternative zur Fichte, als auch solche, die kurz- und mittelfristig das Holzaufkommen sichern bzw. erhöhen, wie die Erschließung ungenutzter Potenziale im Privatwald. Das Schwerpunktthema Schutz durch nachhaltige Waldnutzung fokussiert die Schutzfunktionen des Waldes, die in einer multifunktionalen Waldbewirtschaftung sichergestellt werden (z. B. integrierte Managementkonzepte Nutzung und Waldnaturschutz). Das Schwerpunktthema Forstwirtschaft im Kleinprivatwald soll helfen, Strukturnachteile wie zersplitterte Flächeneinheiten und mangelndes Know-how im Kleinprivatwald zu überwinden.

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