Grundsätze und Leitplanken

Warum eine Charta für Holz 2.0?

Grundsätze und Leitplanken

Die Charta für Holz 2.0 wird daher vom folgenden Grundverständnis geprägt:

Wälder sind wichtige Ökosysteme und Lebensräume.

  • Grundlage nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung in Deutschland sind standortgerechte, vitale, an den Klimawandel angepasste und produktive Wälder mit überwiegend heimischen Baumarten.
  • Wälder sind wichtige Ökosysteme und Lebensräume für viele, teils seltene Tier- und Pflanzenarten. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung steht für Schutz durch Nutzung sowie Effizienz und Effektivität beim Ausbau und Erhalt der Biodiversität.
  • Wälder erfüllen zudem wichtige Funktionen im Bereich von Bodenschutz, Trinkwasserversorgung, der Reinhaltung der Luft und für ein ausgeglichenes Lokalklima.

Wälder haben Eigentümer.

  • Rund 50 Prozent des Waldes in Deutschland sind in privatem Eigentum. Die anderen 50 Prozent befinden sich überwiegend im Eigentum der Länder, Städte und Kommunen. 
  • Der grundgesetzlich verankerte Schutz des Eigentums ist wichtige Handlungsgrundlage für die Waldbewirtschaftung im Privatwald.
  • Der Wald und die Waldbesitzer erbringen für die Gesellschaft eine Vielzahl von unentgeltlichen Leistungen.

Wälder bieten Raum für Freizeit, Sport und Erholung.

  • Wälder sind für Menschen in Stadt und Land wichtiger Raum für Naturerleben, Erholung und Sport.
  • Grundlage hierfür ist das freie Betretungsrecht des Waldes zum Zwecke der Erholung und das riesige Netz von Wirtschafts- und Wanderwegen im Wald.

Holz aus nachhaltiger, legaler Forstwirtschaft nutzen.

  • Die Charta für Holz 2.0 „baut“ auf Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft.
  • In Deutschland erfolgt die Waldbewirtschaftung nach Bundes- und Landeswaldgesetzen „ordnungsgemäß und nachhaltig“. Durch eine freiwillige Zertifizierung dokumentieren die Waldeigentümer darüber hinaus die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung.
  • Für Importe von Holz gelten die bestehenden EU-rechtlichen und internationalen Vereinbarungen. Sie sind Grundlage für die Einfuhr von Holz, um der Tropenwaldzerstörung, dem Raubbau und dem Inverkehrbringen von illegal eingeschlagenem Holz vorzubeugen.
  • Durch den Bundesbeschaffungserlass für Holzprodukte von 2010 fördert die Bundesregierung eine stärkere Verwendung von Holz aus nachhaltiger und legaler Forstwirtschaft.

Wissenschaft und Forschung sind die Grundlage für wissensbasierte Entscheidungen.

  • Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung liefern wichtige Daten für die Umsetzung der Charta für Holz 2.0 und bestimmen so den Handlungsrahmen.
  • Wissenschaft und Forschung tragen gezielt dazu bei, bestehende Wissensdefizite zu beheben und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen.
  • Der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik berät die Bundesregierung in allen wichtigen Fragen zum Thema Wald, Forstwirtschaft und Holzverwendung.

Umweltvorteile nutzen und diskriminierungsfrei agieren.

  • Mit Blick auf den Klimawandel und das anhaltende Bevölkerungswachstum werden Klimaschutz und der ressourcenschonende Rohstoff- und Materialeinsatz zu zentralen Herausforderungen unserer Zeit.
  • Es geht nicht nur um den fairen Wettbewerb zwischen Roh-, Bau-, Werkstoffen und Energieträgern, sondern vielmehr um die Vorteile der verwendeten Produkte bzw. Materialien und deren Kombination für Klimaschutz (Kohlenstoffspeicherung und Ökobilanzen) und Ressourcenschonung.

Dem fairen Umgang mit Verbraucherinnen und Verbrauchern verpflichtet.

  • Transparenz und Verlässlichkeit bei Herkunft und Eigenschaften von Holzprodukten sind für Verbraucherinnen und Verbraucher Grundlage für den bewussten Einkauf.
  • Verbraucherinformation und Verbraucherschutz sowie der kontinuierliche Dialog stärken den nachhaltigen Konsum.

Transparenz und gesellschaftlichen Dialog pflegen.

  • Die politischen Ziele für mehr Klimaschutz und einen effizienten Umgang mit den Ressourcen erfordern ein breites gesellschaftliches Engagement.
  • Interessierte gesellschaftliche Gruppen sind daher eingeladen, sich an der Umsetzung der Charta für Holz zu beteiligen.
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