Motivation und Hintergrund

Warum eine Charta für Holz 2.0?

Motivation und Hintergrund

Die 2014 veröffentlichte 3. Bundeswaldinventur (BWI 3) hat die nachhaltige Bewirtschaftung des deutschen Waldes bestätigt. Der Vorrat im deutschen Wald steigerte sich demnach auf 3,7 Mrd. m³ – dies obwohl die Vorteile des nachwachsenden Rohstoffes Holz zu einer gestiegenen Holznutzung geführt haben. Kein anderes Land in der Europäischen Union hat vorrats-, struktur- und artenreichere Wälder. Der Wald in Deutschland wird heute naturnäher bewirtschaftet als früher.

Charta für Holz 2.0 – Klima schützen. Werte schaffen. Ressourcen effizient nutzen.

Mit dem „Klimaschutzplan 2050“ hat die Bundesregierung im November 2016 ambitionierte Ziele und Maßnahmen beschlossen. Die Charta für Holz 2.0 wird darin als Meilenstein zur Erreichung der Klimaschutzziele genannt. Im Rahmen dieser Charta sollen Maßnahmen entwickelt werden, die den Beitrag nachhaltiger Holzverwendung zur Erreichung der Klimaschutzziele stärken. Der Klimaschutzplan fordert zudem dazu auf Fragen zur Steigerung des Klimaschutzbeitrages durch den Wald, nachhaltige Forstwirtschaft und intelligente Holzverwendung eng mit den Erfordernissen der Ressourcen- und Materialeffizienz zu verzahnen.

Bereits zuvor hatten die Agrarminister des Bundes und der Länder die Umsetzung einer „Charta für Holz“ in der Überzeugung beschlossen, „… dass eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sowie die konsequente Substitution von energieintensiven Materialien mit nachteiliger CO2-Bilanz durch Holz wesentlich zur Verminderung der Treibhausgasemissionen und zum Klimaschutz insgesamt beitragen können und damit unverzichtbar für die Erreichung der Zielvorgaben des Pariser Klimaabkommens sind“. Mit dem Beschluss bekräftigten die Agrarminister zudem die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Holzverwendung für die Stärkung des Wirtschaftssektors Forst und Holz und damit besonders der ländlichen Räume. Sie halten es für unerlässlich, diese Argumente noch stärker in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken.

Ausgehend von den großen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen hat die Verwendung von Holz als bedeutendstem nachwachsenden Rohstoff einen besonderen Stellenwert. Nachhaltig produziertes Holz aus strukturreichen Wäldern hat das Potenzial, Materialien auf Basis fossiler Ressourcen und Energieträger zunehmend zu ersetzen, damit endliche Ressourcen zu schonen und gleichzeitig das Klima zu schützen.

Grundlagen für eine verantwortungsvolle Nutzung sind eine nachhaltige Forstwirtschaft und das in der Waldstrategie 2020 gesteckte Ziel, eine den zukünftigen Anforderungen angepasste, tragfähige Balance zwischen den steigenden Ansprüchen an den Wald und seiner nachhaltigen Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Ein klimabewusstes Handeln schließt zudem den größtmöglichen Verzicht auf die Verwendung nicht erneuerbarer Ressourcen ein. Die Bundesregierung hat dieses Ziel in der Nationalen Politikstrategie Bioökonomie formuliert. Ein wesentlicher Bestandteil darin ist die Nutzung der nachhaltig verfügbaren Holzpotenziale. In diesem Kontext setzt die Charta für Holz 2.0 auf den Beitrag und das Potenzial der Holzverwendung aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung und stützt damit unmittelbar die internationalen, europäischen und nationalen Ziele in den Bereichen „Klimaschutz – Wertschöpfung – Ressourceneffizienz“.

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