Charta als Prozess

Charta als Prozess

Charta als Prozess: Steuerungsgruppe und Arbeitsgruppen

Die prioritären Handlungsfelder der Charta für Holz und ihre Schwerpunktthemen wurden mit Experten aus Bund, Ländern, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe konzipiert. Sie bilden den Rahmen und sind Grundlage für die weitere Konkretisierung und Umsetzung der Charta für Holz.

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Rolle des BMEL

Die Rolle des BMEL

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Steffen Rathke
© Deutsche Säge- und Holzindustrie BV e. V. / Angelika Aschenbach

Steffen Rathke
Sprecher der Plattform Forst und Holz, dem gemeinsamen Gremium der Spitzenverbände von Forst- und Holzwirtschaft:

„Ich erwarte mir von den Akteuren des Clusters, dass sie im Charta-Prozess konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Holzverwendung erarbeiten und diese mit Unterstützung der Politik aktiv und selbstbewusst umsetzen.“

Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk
© Referat für Stadtplanung und Bauordnung, LH München

Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk
Stadtbaurätin der Landeshauptstadt München:

„Unsere ökologische Mustersiedlung in Holzbauweise im Prinz-Eugen-Park leistet einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und etabliert den modernen Holzbau für eine nachhaltige Stadtentwicklung.“

Ulrike Silberberg
© lenajuergensen2013

Ulrike Silberberg
Chefredakteurin DW Die Wohnungswirtschaft:

„Bauen mit Holz birgt für die Wohnungswirtschaft durchaus Chancen – die Herausforderung für den Erfolg liegt in der Struktur der Arbeits- und Vergabeprozesse.“

Helmut Brunner
© Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Helmut Brunner
Bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten:

„Die Bündelung der Kräfte im Cluster Forst und Holz stärkt nachhaltig die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des gesamten Sektors. Wie erfolgreich die Zusammenarbeit sein kann, zeigt geradezu beispielhaft das freiwillige Engagement der Branche für unsere Marketinginitiative proHolz.“

Till Backhaus
© Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern

Dr. Till Backhaus
Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern:

„Die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ist eine gesellschaftliche Verpflichtung, um vor allem im ländlichen Raum Arbeitsplätze zu sichern und zu mehren. Die Erhaltung und Erweiterung des Wirtschaftsbereiches Forst und Holz dient der Entwicklung des strukturarmen ländlichen Raumes. Aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Holz liegen im Bereich der Wertschöpfung weitere Potenziale für Beschäftigung.“

Peter Hauk
© Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg / Potente

Peter Hauk
Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg:

„Der Erfolg des Holzbaus steht und fällt mit der Liberalisierung der Musterbauordnung des Bundes und der Länder. Um die positiven Beiträge der Holzverwendung für Klimaschutz, Ressourcenschonung und Beschäftigung zu realisieren, ist die zeitnahe Anpassung der baurechtlichen Regelungen ein zentraler Erfolgsfaktor.“

Ulrike Höfken
© Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Rheinland-Pfalz (MUEEF)

Ulrike Höfken
Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz:

„Der Wald wird aufgrund seiner langen Lebensdauer von mehreren hundert Jahren besonders vom Klimawandel betroffen sein. Die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder liefert einen Ökorohstoff, der klimabelastende Materialien wie Beton, Stahl oder Aluminium ersetzen kann. Der langlebige Einsatz von Holz trägt somit auch zum Klimaschutz bei.“

Prof. Joachim von Braun
© Joachim von Braun

Prof. Joachim von Braun
Vorsitzender des Bioökonomierates:

„Rund um Holz spielen sich spannende Innovationen für Nachhaltigkeit ab. Der Bioökonomierat hat darauf hingewiesen, die Nutzung des Rohstoffs in biochemische, chemische und thermochemische Verfahren zu integrieren und gleichzeitig Verbesserungen der Materialeffizienz in den klassischen Verwendungsbereichen zu erarbeiten.“

Prof. Dr. Annette Hafner
© RUB / Gorczany

Prof. Dr. Annette Hafner
Universität Bochum, Lehrstuhl Ressourceneffizientes Bauen:

„Der vermehrte Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen als Baumaterial trägt dazu bei, die Treibhausgasemissionen des Bausektors langfristig zu senken und die Ressourceneffizienz zu stärken.“

Andreas Klages
© Andreas Klages

Andreas Klages
stv. Geschäftsbereichsleiter Sportentwicklung, Deutscher Olympischer Sportbund, DOSB:

„Wald bewegt: Der Wald ist ein beliebter Ort für Sportaktivität und er trägt als Erholungsraum zur Lebensqualität bei. Er liefert zudem mit dem nachwachsenden Baustoff Holz eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Sportstättenentwicklung.“

Verantwortung übernehmen: Akteure und Instrumente

„Klima schützen. Werte schaffen. Ressourcen effizient nutzen“ – die Charta für Holz 2.0 setzt auf Verantwortung, Engagement und konstruktive Zusammenarbeit aller relevanten Akteure. Die prioritären Handlungsfelder der Charta machen deutlich, vor welchen Herausforderungen der Cluster Forst & Holz steht, welche Chancen sich aber auch für Gesellschaft, Klima und Umwelt insgesamt ergeben.

Wichtige Aufgabe der Politik in Bund, Ländern und Kommunen ist es, hierfür die richtigen Weichen zu stellen. Darüber hinaus ist einerseits die Wirtschaft (über den Cluster Forst & Holz hinaus) gefordert. Andererseits sind es die Verwaltungen in Bund, Ländern und Kommunen sowie Forschungseinrichtungen, Hochschulen und all diejenigen gesellschaftlichen Gruppen, die den Wandel hin zu einer Bioökonomie mitgestalten können. Als Dialogpartner, Impulsgeber und Schrittmacher kommt den Verantwortlichen im Cluster Forst & Holz eine besondere Bedeutung zu. Über die Rolle des BMEL als Initiator, Koordinator und einer der Akteure der Charta für Holz 2.0 gibt die Seite „Rolle des BMEL“ Auskunft.

Die Ziele der Charta können auf ganz unterschiedliche Art und Weise erreicht werden. Einen Überblick wichtiger Handlungsoptionen der Akteure Wirtschaft (außerhalb des Clusters Forst & Holz), öffentliche Hand (Bund, Länder, Kommunen), Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie Zivilgesellschaft gibt die Übersicht (Grafik "Akteure und Instrumente"). Die folgende Aufzählung der Handlungsoptionen kann und soll an dieser Stelle nicht abschließend sein. Sie ist vielmehr als Empfehlung und Impuls für die Umsetzung zusätzlicher eigener Ideen zu verstehen.

  • Akteur: Wirtschaft

    Ausgehend von den politischen Zielen, Klimaschutz und Ressourceneffizienz voranzutreiben, ist die Wirtschaft aufgerufen, ihre Leistungen, Produkte und Prozesse kritisch zu überprüfen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Herausforderung besteht weit über den Cluster Forst & Holz hinaus.

    • Moderner Holzbau – insbesondere im städtischen Bereich – bietet zahlreiche Chancen für klimabewusstes, nachhaltiges Bauen. Immobilienwirtschaft, Architekten und Ingenieure können diese Aspekte weitaus stärker in den Blick nehmen.
    • In Industrie und Gewerbe bietet der Gebäudepark vielfältige Ansatzpunkte, durch den Einsatz des nachwachsenden Rohstoffs Holz Verantwortungsbewusstsein und nachhaltiges Handeln der Unternehmen sichtbar zu dokumentieren.
    • Banken und Versicherungen können durch Überprüfung ihrer Beleihungs- und Bewertungsgrundlagen auf Basis bestehender wissenschaftlicher Erkenntnisse und technologischer Fortschritte bestehende Hemmnisse abbauen und eine Gleichbehandlung der Holzbauweise gewährleisten.
    • Landwirtschaftliche Betriebe sollten den natürlichen Baustoff Holz stärker beim Ausbau von Betriebsgebäuden für die zeitgemäße Tierhaltung berücksichtigen, aber auch als prägendes Gestaltungselement für touristische Gebäudeensemble nutzen.
    • Die Verantwortlichen der unterschiedlichen Baustoffbranchen haben die Möglichkeit, im konstruktiven Dialog Potenziale einer verstärkten Materialkombination im Bausektor auszuloten und die Chancen der Kooperation auch in Forschung und Entwicklung zu nutzen.
  • Akteur: Öffentliche Hand (Bund, Länder, Kommunen)

    Für die öffentliche Hand stellt sich – insbesondere mit Blick auf den Bausektor – die Aufgabe, die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz als klima- und umweltfreundliche Alternative zur Schonung endlicher Ressourcen zu erkennen. Als staatlichen Instanzen und gleichzeitig wirtschaftlichen Akteuren kommen Bund, Ländern und Kommunen dabei eine besondere Verantwortung und Vorbildfunktion zu:

    • Staatliche Strategien, Programme, Richtlinien und Förderinstrumente für den Bausektor sollten stärker als bisher die Klimaschutzwirkung und Fragen der Ressourceneffizienz adressieren. Mögliche Anreize zur Honorierung von Klimaschutz- und Umweltleistungen sind zu prüfen.
    • Bestehende rechtliche Rahmenbedingungen (Musterbauordnungen, -richtlinien, Landesbauordnungen, Satzungen etc.) sind im Hinblick auf Hemmnisse und Benachteiligungen zu überprüfen und entsprechend anzupassen.
    • Bei öffentlichen Bauvorhaben und deren Ausschreibung gilt es, ökobilanzielle Aspekte stärker als bisher zu berücksichtigen. Bestehende Vorgaben (z. B. Leitfaden BNB) sollten überprüft und angepasst werden. Neben herkömmlichen Betrachtungen zum Betrieb der Gebäude sind dabei u. a. die Effekte der Treibhausgasminderung und Energieeinsparung bei Erstellung und Rückbau von Gebäuden relevant.
    • Bauverwaltungen in Bund, Ländern und Kommunen können Statusseminare zum Stand der Technik des Holzbaus als festen Bestandteil in die Weiterbildungs- und Schulungsangebote für Mitarbeitende und Entscheidungsträger integrieren.
    • Mit grundsätzlichen Weichenstellungen im Bereich Ausbildung und Lehre können die Potenziale des nachwachsenden Roh-, Bau- und Werkstoffs Holz stärker in den Fokus gerückt werden.
    • Die Länder können Anreize setzen, den Holzbau und die Bioökonomie stärker als bisher in Studieninhalte an Hochschulen, wie z. B. in Fächern wie Architektur und Ingenieurwesen und Materialwissenschaften zu integrieren.
    • Staatliche Stellen als Absender von Verbraucherinformationen und Dialogpartner der Bürgerinnen und Bürger sind prädestiniert, die Vorteile nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung stärker als bisher in die eigene Öffentlichkeitsarbeit zu integrieren und anhand realisierter Beispiele glaubwürdig zu präsentieren.
    • Bund, Länder und Kommunen stehen auch als Waldeigentümer in der Verantwortung, die Leistungen nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung auch künftigen Generationen zu sichern. Waldbaurichtlinien und Konzepte müssen – nicht zuletzt mit Blick auf den Klimawandel – gleichermaßen ökologische, soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigen und einen adäquaten Nadelholzanteil mit standortgerechten Alternativen zur Fichte sichern.
  • Akteur: Forschungseinrichtungen und Hochschulen

    Der Transfer von Erkenntnissen aus Forschung und Entwicklung zu ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, Holznutzung sowie -verwendung ist maßgebliche Grundlage für ausgewogene Entscheidungsfindungen in Praxis und Verwaltung. Forschung und Entwicklung tragen damit entscheidend zu Innovation und Wertschöpfung bei:

    • Forschungseinrichtungen haben die Chance, im Austausch mit der Praxis konkrete Innovationspotenziale, Wissenslücken und Hemmnisse zu identifizieren und die Ziele der Charta für Holz durch Forschung und Entwicklung in allen Bereichen zu unterstützen.
    • Hochschulen werden ermutigt, die Möglichkeiten zu überprüfen, die Optionen der Holzverwendung u. a. im Kontext der Zukunftsthemen Nachhaltigkeit, Ressourcenmanagement und Bioökonomie stärker in ihren Lehrangeboten zu berücksichtigen.
  • Akteur: Zivilgesellschaft

    Die Erreichung der Klimaschutzziele hängt maßgeblich vom klimabewussten Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher ab. Im Alltag und bei der Gestaltung des persönlichen Lebensumfeldes werden die Weichen für nachhaltigen Konsum gestellt:

    • Jede Entscheidung für Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft trägt zum Klimaschutz bei und hilft, endliche Ressourcen mit kritischer Energiebilanz zu schonen.
    • Bei Kauf- und Investitionsentscheidungen können Zertifikate nachhaltiger Waldbewirtschaftung Sicherheit über die unbedenkliche Herkunft des Holzes geben und sollten stärkere Beachtung finden.
    • Organisationen/Verbände in den Bereichen Sport, Erholung und Tourismus können das Modell der nachhaltigen Forstwirtschaft und den Wald selbst als Kulisse für die eigene Umweltbildung besser nutzen, um Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und verantwortungsvolle Naturnutzung vor Ort erlebbar zu machen.
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